Was ist ....

.......der alternative Pflichtgegenstand Ökologie?

Im Frühjahr 2010 tat sich ein aktives Team aus Biologielehrerinnen und Klassenvorständen zusammen und sie legten gemeinsam mit ihren Schülern einen Garten an. Beraten wurden sie vom Obmann des Gartenbauvereins Tirol Rupert Mayr.

Manche waren skeptisch – wie soll das im Sommer ohne Gießen gehen? Doch die Kartoffelernte des ersten Jahres war ein voller Erfolg. Die Erdäpfel wurden verkocht und auch an alle Schüler verteilt. Im zweiten Gartenjahr wurden viele Kürbisse geerntet. Der Tag vor den Herbstferien wurde zum traditionellen Erntetag mit verschiedenen Workshops und einer gesunden Jause für alle Schüler.

Eine Kräuterspirale entstand und für das dritte Gartenjahr haben wir das Thema „Kraut & Rüben“ gewählt. Wasserrüben, aus denen die Wildschönauer den berühmtberüchtigen „Krautinger“ brennen, wuchsen im Schulgarten und wurden mit selbst geschnitzen Rübenschälern verzehrt.

Nach so vielen guten Ernteerfolgen gab es ein Jahr, in dem das Unkraut wucherte und wenig produziert wurde. Mit neuem Elan ging es nach dieser Missernte zum Projekt „Vom Korn zum Brot“. Mit Arbeitspferden wurde gepflügt, der Acker wurde gehauen, Hafer, Roggen und Weizen wurden gesät und die Freude war groß, als im Frühling die Saat aufging. Im Herbst konnte geerntet werden, das Dreschen stellte uns vor eine Herausforderung, doch mit selbst gebauten Dreschflegeln wurde auch dieses Problem gelöst. Die Mühle in Alpbach mahlt nur bis September, daher wurde der Weizen in einer Haushaltsmühle gemahlen und von Anna Moser vom Zotten zu Brotteig verarbeitet. Mit den Schülern backte sie am nächsten Tag 31 Laibe köstliches Bauernbrot im holzbefeuerten Ofen. Bei einer Pressekonferenz von „Landwirtschaft trifft Schule“ wurde das Projekt präsentiert, auch Landesrätin Dr. Palfrader gab uns die Ehre.

 

 

 

 

 

Was wird abgesehen von den Jahresthemen in Ökologie gemacht?

In erster Linie geht es um Nachhaltigkeit, um das Selberherstellen von Dingen, die man in der heutigen Zeit oft kauft, sei das Kräutersalz, Melissensirup, Adventkränze … Wir verwenden ressourcenschonende Zutaten, färben z. B. Ostereier mit Zwiebelschale oder gestalten aus Müll eine Skulptur. Das ist nur ein kleiner Überblick, ein Blitzlicht aus der umfangreichen praktischen Arbeit in diesem Fach. Außerdem werden Fachleute aus der Region eingeladen, die mit den Schülern arbeiten, Exkursionen werden gemacht und vieles selber produziert.

 

Fazit nach den ersten drei Jahren Ökologie: Ein tolles Fach für Schüler und Lehrer! Man lernt die Kinder von einer anderen Seite kennen. Sie können Hand anlegen, es geht nicht um Wissen und Können, sondern um praktisches Arbeiten, um Hausverstand und Einsatzfreude.